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Blasmusikverband
Rhein-Neckar e.V.

Untere Mühlstraße 63
69242 Mühlhausen
Deutschland
Kontaktdaten: Ansprechpartner: Helmut Spannagel

Frühjahrskonzert des MV 1929 Ketsch

Vier Dirigenten und ein starkes Orchester

Bericht der SZ-Mitarbeiterin Maria Herlo

Ketsch. Dass der Musikverein 1929 vorzügliche Konzerte zu geben versteht und ein wunderbarer musikalischer Botschafter der Gemeinde Ketsch ist, das ist in der Region und darüber hinaus bekannt und das Publikum weiß es ohnehin. Denn das Orchester spielt inzwischen auf einem Niveau, das den Vergleich mit Berufsorchestern nicht zu scheuen braucht. Mit der Interpretation gehaltvoller Werke von bedeutenden Komponisten setzte es auch am Sonntagnachmittag bei seines Frühjahrskonzerts Akzente.

Dazu begrüßte der 2. Vorsitzende Helmut Schäfer im restlos ausverkauften Saal der Rheinhalle prominente Gäste. “Freuen Sie sich mit mir auf die Bandbreite und den Leistungsstand eines Orchesters, das heute von vier Dirigenten geführt wird”, wies Schäfer schon zu Beginn auf eine Besonderheit hin, die nicht alltäglich ist. Dass zwei langjährige Leiter wie Arthur Relle jun. und Herwig Lichtenstern den Dirigentenstab an jüngere Kollegen weitergeben, das zeugt von Größe und Verantwortung gegenüber dem Nachwuchs.

Humorvolle Moderation

Jedoch nicht nur der orchestrale Wohlklang lockt das Publikum in die Konzerte des Musikvereins, sondern auch die humorvoll-hintersinnige Moderation, die an diesem Abend Herwig Lichtenstern und Günter Karl übernommen haben. Beide wurden dem Gesamtkonzept gerecht, mit viel Hintergrundwissen und Informationen zu den Stücken durch das Programm zu führen. Daneben braucht es für einen gelungenen Abend nur noch festlich gekleidete Orchestermitglieder, dezente Lichtspiele und ein Helferteam, das die Besucher mit allem Nötigen versorgt. Frühlingsstimmung und gute Laune verbreitete das Orchester, und das schon zum Einstieg: Frisch und schwungvoll kam der “Einzugsmarsch” daher, der die schönsten Melodien aus der Operette “Der Zigeunerbaron” von Johann Strauß enthält.

Herwig Lichtenstern setzt dabei auf kraftvolle Töne, spielt ausgiebig mit den Klangfarben des Orchesters und treibt die rhythmisch geprägten Ausbrüche auf die Spitze. Mit der Ouvertüre zu Verdis “Nabucco” und dem “Huldigungsmarsch” von Richard Wagner hat der Dirigent Arthur Relle jun. zwei höchst anspruchsvolle und beeindruckende Werke gewählt, gleichzeitig auch des 200. Geburtstags der beiden Komponisten gedacht. Während sich die Ouvertüre, deren melodiöser Gehalt den berühmten Gefangenenchor vorwegnimmt, fast zauberhaft, wie ein vieldimensionales Gemälde entfaltete, kostete der Dirigent in Wagners Huldigungsmarsch die weiten Tempi aus und setzte in den dramatischen Momenten wuchtige Akzente.

Ein untrügliches Gespür für Tempo und Rhythmus ließ Andreas Gebhardt in der “Annen-Polka” von Johann Strauß (Sohn) erkennen und Herwig Lichtenstern weckte mit dem Walzer “Gold und Silber” von Franz Lehar die Lust zum Tanzen. Das Orchester steigerte er dabei zur Bestform. Das Publikum war begeistert.

Ehrennadel für den Vorsitzenden

Bevor es zum letzten Stück vor der Pause ging, fanden gleich Doppelehrungen statt. Sowohl der Musikverein als auch der Blasmusikverband Baden-Württemberg zeichnete zahlreiche aktive und passive Mitglieder für langjähriges Engagement (siehe Infokasten) aus. “Ehrungen sind wichtig, denn Menschen, die ihre freie Zeit investieren und ihr Herz an eine Sache hängen, haben es verdient, geehrt zu werden”, sagte Helmut Spannagel, der zusammen mit dem ersten Vorsitzenden Günter Karl die Ehrungen vornahm. Helmut Schäfer wurde persönlich von Bürgermeister Jürgen Kappenstein die Ehrennadel in Gold der Gemeinde Ketsch angesteckt für besondere Verdienste als langjähriger Vorsitzender des Musikvereins.

Ganz andere Töne dann nach der Pause: Da sich die Dirigenten ihre Stücke auswählen durften, war es nur selbstverständlich, dass die Jugendleiter ihr Repertoire aus der Pop- und Rockmusik wählten. So demonstrierte das Orchester unter der Leitung von Andreas Gebhardt, wie flexibel es ist und wie authentisch die Musik der britischen Sängerin Adele Adkins klingen kann. “Rolling In The Deep” aus “21”, aber auch die anderen Stücke, kamen so jazzig beschwingt daher, dass die jungen Zuhörer, jedoch nicht nur sie, in Begeisterungsstürme ausbrachen. Als dann Susanne Gebhardt mit ihrer außergewöhnlichen Stimme den Hit “Skyfall” sang, einfühlsam vom Orchester unterstützt, waren Bravorufe zu hören.

Für Gänsehaut sorgte das Medley “Coldplay on Stage”, mit dem Dirigent Julian Schulz durch die poppige und jazzige Instrumentierung keine Langeweile aufkommen ließ. Dass das Orchester über blendende eigene Solisten verfügt, zeigte sich ganz besonders in “Stainway to Heaven” mit Claus Schleifenheimer am Sopransaxophon. Mit der Zugabe “Zum Städtele hinaus” setzte das Orchester einen Schlusspunkt unter ein Konzert, das die Zuhörer restlos begeisterte.

Eingebettet in das gelungene Konzert waren zahlreiche Ehrungen für langjährige und verdiente Mitglieder des Musikvereins. Vorsitzender Helmut Schäfer (rechts außen) bekam die Ehrennadel der Gemeinde Ketsch von Bürgermeister Jürgen Kappenstein (3. v. r.) verliehen.

Eingebettet in das gelungene Konzert waren zahlreiche Ehrungen für langjährige und verdiente Mitglieder des Musikvereins. Vorsitzender Helmut Schäfer (rechts außen) bekam die Ehrennadel der Gemeinde Ketsch von Bürgermeister Jürgen Kappenstein (3. v. r.) verliehen.

Die Geehrten:

Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Holger Wloch, Herwig Lichtenstern und Arthur Relle jun. geehrt. Herr Herbert Schäfer, Herr Karl Dörr und Herr Hans Schreiner wurden für 40 und 50 Jahre passive Mitgliedschaft bedacht. Für 30, 20 und 10 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Stefanie Schneider, Alexander Schulz, Janine Epperlein, Alexandra Ledermann, Hans Falschessel, Christina Montag und Rebecca Michael mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Die Fördermedallie in Gold mit Diamant wurde Herrn Holger Wloch zuteil und für 30 Jahre Dirigentenarbeit im MV 1929 bekam Herr Herwig Lichtenstern die goldene Dirigentennadel mit Diamant verliehen.

 

© Schwetzinger Zeitung
Dienstag, 23.04.2013