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Die Jagd hat sich gelohnt

Erfolgreiche Wettbewerbsteilnahme des Jagdfiebers und weiterer Höhepunkt in der Freundschaft der Stadtkapelle Wiesloch mit der Musikkapelle Taisten/Südtirol

(sk) Was war das für ein tolles Bild! Rund 45 Personen in grell-grünen Polo-Shirts mit dem Logo der Jagdfieber-Gruppe schmückten das Vereinshaus im Südtiroler Dorf Taisten um dort die Teilnehmer der Wieslocher Stadtkapelle am 3. Blasmusik-Contest im Rahmen des dortigen Oktoberfestes zu unterstützen (wir berichteten). “Gefühlt ein Viertel der Halle ist fest in Wieslocher Hand”, freute sich Carsten Mittmann, der Organisator der Reise und Manager der Gruppe, über die gute Stimmung.

Begonnen hatte der Ausflug nach Taisten bereits gegen Ende der Woche vor dem Contest als sich die Musiker samt Anhang in kleinen Gruppen auf den Weg ins Pustertal machten und auf dem Weg noch den einen oder anderen Stop einlegten, um den tollen Spätsommer in den Alpen zu genießen.

Spätestens Freitagnachmittag kamen dann alle in Taisten an, um dort die letzte Probe vor dem Auftritt – und auch die erste in Komplett-Besetzung – im Proberaum der Freunde der Musikkapelle Taisten durchzuführen. “Wie es oft bei einer Generalprobe gilt: Das war das jetzt nicht optimal, aber wir können uns steigern für den morgigen Wettbewerb”, so Harald Weber, der Dirigent der Stadtkapelle, der auch im Jagdfieber für die Musikalische Ausführung verantwortlich ist. Der Samstagmorgen wurde zur Erholung und für eine gemeinsame Wanderung genutzt, bevor sich die Gruppe auf den Weg ins Taistner Vereinshaus machte.

Das Jagdfieber war am Samstag dann die letzte von sechs Musikgruppen, die sich dem Publikum und der fachkundigen Jury stellen durfte. “Das ist natürlich schon speziell. Die ersten Gruppen werden dann schon eine Weile fertig sein und feiern, während wir noch versuchen müssen, die Spannung hochzuhalten. Dafür haben wir den Vorteil beobachten zu können, was beim Publikum und der Jury gut ankommt, und können dadurch vor allem in den Ansage-Teilen zwischen den Musikstücken kurzfristig reagieren und vielleicht das eine oder andere noch lernen”, schmunzelte Sven Kummerow, der Moderator der 20-Minütigen Darbietung des Jagdfiebers.

Das Jagdfieber begann mit einer kleinen Einleitung zur Erklärung der eigens von Fernando Moroni arrangierten und komponierten Dolomiten-Sinfonie, die damit beginnt, dass sich das Jagdfieber im Morgengrauen auf den Weg zu einer Wanderung auf die Alm macht. Moronis Dolomiten-Sinfonie ist ein Stück Programm-Musik mit Elementen aus der Alpen-Sinfonie, gespickt mit einigen Themen anderer Genres, die sich gut in die Geschichte integrieren ließen, gerne auch mit einem Augenzwinkern. So war die Rede von einem Kirchgang auf der Alm mit anschließendem Tanz vor der Kapelle, und dann geht der Choral “Großer Gott, wir loben Dich” musikalisch in eine schmissige Alpenländische Polka über, sehr zur Freude des volkstümlich begeisterungsfreudigen Publikums. “Die Dolomiten-Sinfonie war für uns sicher das anspruchsvollste Stück Musik in unserem Vortrag. Unser Hornsatz durfte brillieren aber das exakte Zusammenspiel im gesamten Bläsersatz musste diszipliniert sichergestellt werden”, beschreibt Harald Weber die Herausforderung des ersten Teils. “Das war Absicht”, erklärte Fernando Moroni, der Komponist, “das Stück ist extra für den Wettbewerb konzipiert und wir wollten gleich am Anfang zeigen, was wir draufhaben!”.

Mit “Kannst Du Knödel kochen” zunächst das Genre der traditionellen böhmischen Blasmusik weiter bedient, bevor das Jagdfieber weitere Facetten ins Spiel brachte. “Tico Tico” wurde ebenfalls von Fernando Moroni für die Jagdfieber-Gruppe arrangiert und Mattis Kummerow brachte als Solist am Xylophon sowohl die Leichtigkeit des südamerikanischen Flairs als auch den technischen Anspruch des Stückes hervorragend zur Geltung.

“Ich weiß schon, dass sich die Südtiroler nicht unbedingt zu Italien zugehörig fühlen”, so Sven Kummerow zur Überleitung auf das nächste Stück, “aber ich hoffte, mit Rocky Balboa – dem Italian Stallion – dennoch eine gemeinsam akzeptierte Identifikationsfigur für das Publikum gefunden zu haben”. So präsentierte Thomas Sturm als Solist an der Trompete das High-Note Solo Maynard Fergusons aus der Titelmelodie der Rocky-Filme “Gonny Fly Now” nachdem er zu den Klängen der olympischen Fanfare gebührend angekündigt wurde.

Während der Stücke hatte sich das Jagdfieber ebenfalls einiges einfallen lassen: Es gab Plakate, welche vom Jagdfieber-Nachwuchs während der Stücke präsentiert wurden um die Geschichte der Dolomiten-Sinfonie zu illustrieren. Die Jagdfieber-Frauen schenkten einen Schnaps zur besseren Verdauung der Knödel aus und sogar Rocky Balboa selbst soll gesehen worden sein.

Mit dem letzten Stück, dem erneut von Moroni für diesen Wettbewerb komponierten “Jagdfieber-Marsch” verabschiedete sich das Ensemble und beendete den offiziellen Teil des Wettbewerbs.

“Herzlichen Glückwunsch zu diesem Auftritt. Das war ein tolles Konzept und mit den Auszügen der Alpensinfonie habt ihr uns eine besondere Freude bereitet”, so der Tenor der Jury.

Erreicht wurde für das Jagdfieber ein dritter Platz, verbunden mit einer Siegprämie von 400 Euro. “Den Siegern geben wir uns sehr gerne geschlagen. Was die Gruppe Southbrass in ihrem jungen Alter an Musikalität und technischer Brillianz gezeigt hat, ist schon beeindruckend. Von uns haben sie völlig verdient alle 100 Punkte bekommen”, kommentiert Harald Weber die Platzierung und Bewertung. Die teilnehmenden Musikgruppen durften sich gegenseitig bewerteten, was mit der Beurteilung der Jury in die Gesamtbewertung einfloss. “Die zweitplatzierte Gruppe – die Lokalmatadoren aus dem Tal hier – konnten wir leider selbst nicht hören, da sie direkt vor uns gespielt haben und wir zum Einspielen im Keller waren. Es war wohl eine Riesenstimmung ober im Saal, gegen die wir natürlich erstmal wieder anspielen mussten. Wir sind aber auch mit dem dritten Platz sehr zufrieden, wenn man bedenkt, dass wir zweieinhalb Proben hatten”, so Fernando Moroni mit einem Augenzwinkern.

“Jetzt am Morgen wieder schon wieder fit sein und auf Radio-Niveau spielen sollen…zum Glück haben wir nicht gewonnen”, so der augenzwinkernde Tenor der Jagdfieber-Gruppe, denn am Sonntag stand im Rahmen des Oktoberfestes ein Frühschoppen mit Radio-Übertragung an, der von den Siegern des Blasmusik-Contests mitgestaltet wurde. Diese Gelegenheit nutzte Horst Kummerow, der Ehrenvorsitzende der Stadtkapelle Wiesloch und Begründer und Bewahrer der Partnerschaft mit der Musikkapelle Taisten: “Wir bedanken und ganz herzlich bei der Musikkapelle Taisten für die langjährige Freundschaft und ich freue mich besonders, dass wir es geschafft haben – die Teilnahme des Jagdfiebers am Musikwettbewerb in Taisten zeigt es – die Pflege der Freundschaft der beiden Musikkapellen erfolgreich in die nächste Generation übertragen zu haben”. Als besonderes Geschenk überreichte er dem Obmann der Musikkapelle Taisten, Gerhard Haspinger, “den gestern welt-uraufgeführten” Jagdfieber-Marsch aus der Feder von Fernando Moroni mit einem eigens verfassten Liedtext. Dieser war begeistert: “Ich habe Dich noch gestern zu dem schönen Marsch beglückwünscht, Fernando, und im Scherz gesagt, dass ich den Marsch gerne haben würde. Dass es jetzt so schnell geht, habe ich natürlich nicht erwartet, aber das freut uns umso mehr. Herzlichen Dank”